Klimagerät-Rechner
Mobile Klimageräte enttäuschen oft – und meistens liegt es nicht am Gerät, sondern an zwei Dingen: Die Leistung wurde zu knapp gewählt, und der Abluftschlauch frisst einen guten Teil davon wieder auf. Dieser Rechner rechnet beides ehrlich mit.
Wärme, die durch Wände und Decke hereinkommt – in Watt je Kubikmeter Raum. Die Fenster werden getrennt gerechnet.
Breite mal Höhe aller Fenster im Raum zusammen.
Watt Wärmeeintrag je Quadratmeter Fensterfläche.
Außenliegender Schutz wirkt weit besser, weil die Wärme gar nicht erst in den Raum kommt.
Jeder Mensch gibt rund 100 Watt Wärme ab.
Der Abluftschlauch erzeugt Unterdruck und zieht heiße Außenluft nach. Ohne Fensterabdichtung gehen dadurch rund 40 % der Leistung verloren.
In Deutschland liegen die Sommer mit Kühlbedarf meist bei 30 bis 60 Tagen.
Genauer rechnen3 weitere Angaben
Der EER-Wert deines Wunschgeräts verändert die Stromkosten am stärksten. Wohnst du unter einem Flachdach, ist auch die dritte Angabe wichtig – sie wird fast immer vergessen.
Steht im Datenblatt. Bei 0 rechnen wir mit typischen Werten: 2,6 für Monoblock, 3,5 für Split. Gute Geräte erreichen über 3.
Ein aufgeheiztes Flachdach gibt seine Wärme über Stunden nach unten ab – der am häufigsten unterschätzte Posten in Dachgeschosswohnungen.
Die Kühllast wird aus ihren Bestandteilen zusammengesetzt und liegt für typische Wohnräume bei 60 bis 100 Watt je Quadratmeter – das deckt sich mit den Werten der Gebäudetechnik. Nicht erfasst sind Wärme aus Nachbarräumen, die Speicherwirkung massiver Wände und Ihre persönliche Empfindlichkeit. Das Ergebnis ist eine belastbare Größenordnung für die Gerätewahl, keine bauphysikalische Berechnung.
Bei fest installierten Split-Geräten übernimmt ohnehin ein zertifizierter Kältetechniker die Auslegung und Installation – das schreibt die Kältemittelverordnung so vor. Lass dir dort die Kühllast nochmal bestätigen.
Wie dieser Rechner rechnet
Die übliche Faustformel lautet „60 Watt je Quadratmeter". Sie ignoriert alles, worauf es ankommt: Deckenhöhe, Dämmung, Fenster, Himmelsrichtung und die Wärme, die im Raum selbst entsteht.
Wir addieren stattdessen die einzelnen Wärmequellen. Die Grundlast ergibt sich aus dem Raumvolumen mal einem Faktor für die Dämmung – zwischen 10 Watt je Kubikmeter im sanierten Neubau und 25 Watt im ungedämmten Dachgeschoss. Dazu kommt der Wärmeeintrag durch die Fenster, der stark von der Himmelsrichtung abhängt: Nach Süden sind es rund 230 Watt je Quadratmeter Fensterfläche, nach Norden nur etwa 60.
Zur Einordnung: Für einen typischen Wohnraum landet man damit bei 60 bis 100 Watt Kühllast je Quadratmeter Bodenfläche. Das deckt sich mit den Werten, die in der Gebäudetechnik für deutsche Sommer angesetzt werden.
Jeder Mensch im Raum gibt rund 100 Watt ab, jedes Elektrogerät genau die Leistung, die es aufnimmt – ein Fernseher mit 150 Watt ist eine 150-Watt-Heizung.
Der letzte Schritt entscheidet über Erfolg oder Enttäuschung: die Bauart.
Warum mobile Geräte oft enttäuschen
Ein Monoblockgerät bläst warme Luft durch einen Schlauch nach draußen. Diese Luft muss irgendwo herkommen – und sie kommt durch Türritzen, Fensterspalten und Steckdosen aus der Umgebung nach. Bei Hitze bedeutet das: Du saugst permanent heiße Außenluft in den Raum, während du gleichzeitig kühlst.
Dieser Effekt frisst rund 40 Prozent der Leistung. Ein Gerät mit 3.000 Watt Nennleistung kühlt real also nur mit etwa 1.800 Watt.
Eine Fensterabdichtung – ein Stoffsegel mit Reißverschluss für den Schlauch – reduziert das erheblich. Sie kostet unter 30 Euro und ist die einzige Anschaffung, die sich in diesem Bereich sofort und sicher rechnet. Der Rechner oben zeigt dir den Unterschied direkt.
Split-Geräte haben dieses Problem nicht, weil der wärmeabgebende Teil außen hängt. Dafür brauchen sie eine feste Installation durch einen Fachbetrieb und eine Kernbohrung.
Kühlen ist teuer – Wärme abhalten ist billig
Ein Klimagerät ist von allen Haushaltsgeräten eines der stromhungrigsten. Bei 2.500 Watt Kühlleistung und einem EER von 2,6 zieht es rund 960 Watt aus der Steckdose. Sechs Stunden täglich an 40 Sommertagen sind das etwa 230 Kilowattstunden – bei 0,35 € rund 80 € pro Sommer, nur für einen Raum.
Deshalb lohnt es sich fast immer, zuerst an der Kühllast zu arbeiten statt an der Kühlleistung. Ein außenliegender Rollladen hält etwa 70 Prozent der Sonnenwärme draußen, ein innenliegender Vorhang nur rund 30 Prozent – der Unterschied liegt darin, ob die Wärme überhaupt erst durch die Scheibe kommt.
Nachts querlüften, tagsüber Fenster und Rollläden zu, Elektrogeräte aus: Damit lässt sich die berechnete Kühllast oft um ein Drittel senken. Und jedes eingesparte Watt musst du weder kaufen noch bezahlen.
Was dein Gerät können muss
Diese Werte kannst du direkt mit jedem Datenblatt vergleichen – im Onlineshop wie im Baumarkt.
- Kühlleistung in Watt oder BTU muss über dem berechneten Wert liegen – die Nennleistung, nicht die Kühllast.
- Bei Monoblockgeräten unbedingt ein Fensterabdichtungsset mitbestellen, sonst verschenkst du 30 bis 40 % der Leistung.
- Energieeffizienzklasse beachten: Der EER-Wert sollte bei Monoblock über 2,6 liegen, bei Split über 3,5.
- Lautstärke prüfen, wenn das Gerät im Schlafzimmer stehen soll – unter 50 dB ist erträglich, darüber nicht.
- Kältemittel R290 statt R32 – deutlich klimafreundlicher bei gleicher Leistung.
- Abtauautomatik und Kondensatverdunstung, sonst musst du regelmäßig Wasser abgießen.
Häufige Fragen
Watt oder BTU – was bedeutet was?
Beides beschreibt dieselbe Kühlleistung, nur in unterschiedlichen Einheiten. 1 Watt entspricht 3,412 BTU pro Stunde. Ein Gerät mit 9.000 BTU liefert also rund 2.640 Watt. Deutsche Hersteller geben meist Watt an, internationale BTU – der Rechner oben zeigt beides.
Lohnt sich ein Monoblock überhaupt?
Ja, wenn du zur Miete wohnst oder nicht baulich eingreifen kannst und darfst. Wichtig ist nur, ehrlich zu rechnen: Plane rund 40 Prozent Aufschlag ein oder kaufe direkt eine Fensterabdichtung dazu. Wer den Verlust ignoriert, kauft zu klein und ist dann enttäuscht.
Wie kalt sollte ich einstellen?
Der Unterschied zur Außentemperatur sollte höchstens 6 Grad betragen, sonst wird der Wechsel für den Kreislauf belastend. Bei 34 Grad draußen sind also etwa 26 bis 28 Grad drinnen sinnvoll – das fühlt sich bereits deutlich angenehmer an und spart viel Strom gegenüber 22 Grad.
Brauche ich für ein Split-Gerät eine Genehmigung?
Als Mieter brauchst du die Zustimmung des Vermieters, weil eine Kernbohrung durch die Außenwand nötig ist. In Eigentümergemeinschaften ist das Außengerät an der Fassade meist zustimmungspflichtig. Die Installation selbst darf nur ein zertifizierter Kältetechniker durchführen – das Kältemittel unterliegt gesetzlichen Auflagen.
Passt dazu
Fehlt dir eine Einstellung?
Wenn dieser Rechner eine Angabe nicht kennt, die für dich wichtig wäre, schreib es mir. Solche Hinweise sind der Grund, warum die Rechner besser werden – ich baue sie ein, wenn sie am Ergebnis wirklich etwas ändern.
Vorschlag schreibenDer Knopf öffnet dein E-Mail-Programm mit fertigem Betreff – abgeschickt wird nur, was du selbst abschickst. Falls das nicht klappt, schreib direkt an kontakt.gutgerechnet.de@gmail.com.