Luftentfeuchter-Rechner
Der häufigste Fehlkauf bei Luftentfeuchtern hat einen einfachen Grund: Die Literangabe auf der Verpackung gilt für 30 °C und 80 % Luftfeuchte. In einem normalen Wohnraum schafft dasselbe Gerät oft nur die Hälfte. Dieser Rechner sagt dir, welche Nennleistung du brauchst, damit es im Alltag reicht.
Wichtig für die Gerätewahl: Unter etwa 15 °C arbeiten Kompressorgeräte kaum noch. Im kalten Keller braucht es andere Technik.
Ein Hygrometer für unter 10 € zeigt dir den echten Wert. Schätzen führt hier fast immer zum falschen Gerät.
Unter 60 % wächst kein Schimmel. Tiefer als 45 % ist weder nötig noch angenehm und kostet unnötig Strom.
Das ist der entscheidende Wert. Ein Mensch gibt allein durch Atmen und Schwitzen rund 1 Liter am Tag ab, Kochen und Duschen kommen dazu.
Mit Hygrostat schaltet das Gerät selbst ab – meist reichen 6 bis 10 Stunden.
Genauer rechnen3 weitere Angaben
Der Verbrauch je Liter steht im Datenblatt und entscheidet über die Betriebskosten – zwischen Kompressor- und Adsorptionstechnik liegt leicht der Faktor zwei.
Steht im Datenblatt. Gute Kompressorgeräte liegen unter 0,3, Adsorptionstrockner brauchen 0,5 bis 0,8 – sie heizen die Luft aktiv auf.
Beim Lüften kommt im Sommer feuchte Außenluft nach, im Winter trockene. Häufiges Lüften erhöht die Last, die das Gerät abarbeiten muss.
Ein etwas größeres Gerät läuft seltener auf Volllast, ist dadurch leiser und hält länger. Es kostet aber mehr in der Anschaffung.
Die Umrechnung über die absolute Luftfeuchtigkeit ist physikalisch exakt. Die tägliche Feuchtelast dagegen ist ein Erfahrungswert – wie viel Wasser bei dir wirklich anfällt, hängt von Personenzahl, Kochgewohnheiten und Bausubstanz ab. Die Nennleistung wird bewusst aufgerundet, damit das Gerät nicht zu klein ausfällt.
Wenn der Rechner dauerhaft mehr als 30 Liter am Tag ausgibt oder trotz Entfeuchter Schimmel auftritt, steckt meist eine bauliche Ursache dahinter. Dann ist ein Bausachverständiger oder Sanierungsfachbetrieb die richtige Adresse – ein Gerät behandelt in dem Fall nur das Symptom.
Wie dieser Rechner rechnet
Die meisten Rechner im Netz nutzen eine Faustformel wie „0,5 Liter je Quadratmeter". Das ist bequem, aber physikalisch falsch, weil es Temperatur und tatsächliche Luftfeuchtigkeit ignoriert – die beiden Größen, auf die es ankommt.
Wir rechnen stattdessen über die absolute Luftfeuchtigkeit. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte: Bei 20 °C sind bei voller Sättigung 17,3 Gramm je Kubikmeter möglich, bei 10 °C nur noch rund 9,4 Gramm. Aus Temperatur und relativer Feuchte ergibt sich, wie viel Wasser tatsächlich in deiner Raumluft hängt, und aus der Differenz zum Zielwert, wie viel davon weg muss.
Dabei zeigt sich etwas Überraschendes: Die Luft eines 50-Kubikmeter-Raums hält bei 70 Prozent nur rund 130 Milliliter zu viel Wasser. Ein Entfeuchter hätte das in einer Viertelstunde erledigt.
Deshalb wird ein Gerät **nicht nach der Raumgröße ausgelegt, sondern nach der täglichen Feuchtelast**. Die entsteht durch die Bewohner selbst: Ein Mensch gibt durch Atmen und Schwitzen rund einen Liter am Tag ab, Kochen und Duschen kommen dazu. Wäsche im Raum bringt je Waschladung etwa zwei weitere Liter. Genau das ist die Wassermenge, die dauerhaft abgeführt werden muss.
Der letzte Schritt ist der wichtigste und fehlt fast überall: Die Umrechnung auf die Herstellerangabe.
Warum die Literangabe auf der Verpackung täuscht
Luftentfeuchter werden nach Norm bei 30 °C und 80 % relativer Luftfeuchte geprüft. Das sind tropische Bedingungen, die in einer deutschen Wohnung praktisch nie herrschen.
Ein Gerät mit „20 Liter pro Tag" schafft in einem 20 °C warmen Raum bei 60 % Luftfeuchte oft nur noch 8 bis 10 Liter. Das ist kein Betrug, sondern Physik: Je kühler und trockener die Luft, desto weniger Wasser kondensiert am Kühlelement.
Genau deshalb landen so viele Geräte enttäuscht im Keller. Der Rechner oben macht diese Umrechnung sichtbar – die Kachel „Nötige Nennleistung" ist der Wert, nach dem du im Laden suchen musst, nicht der tatsächliche Wasserentzug.
Wann ein Entfeuchter das falsche Mittel ist
Ein Luftentfeuchter behandelt ein Symptom. Wenn die Feuchtigkeit aus einer baulichen Ursache stammt – aufsteigende Nässe, undichtes Dach, Kältebrücke, defekte Abdichtung – läuft das Gerät jahrelang und die Ursache bleibt.
Ein Anhaltspunkt: Wenn der Rechner oben mehr als 30 Liter Nennleistung ausgibt, obwohl du keine Wäsche trocknest, stimmt baulich etwas nicht. Dann ist Geld beim Fachmann besser angelegt als im Gerät.
Auch falsches Lüften ist häufiger die Ursache als vermutet. Kurz und kräftig querlüften bringt Feuchtigkeit hinaus, gekippte Fenster über Stunden dagegen kühlen die Wände aus und verschlimmern das Problem – besonders im Winter.
Was dein Gerät können muss
Diese Werte kannst du direkt mit jedem Datenblatt vergleichen – im Onlineshop wie im Baumarkt.
- Nennleistung in Litern pro Tag muss über dem berechneten Wert liegen – nicht über dem tatsächlichen Entzug.
- Eingebauter Hygrostat, damit das Gerät bei Erreichen des Zielwerts abschaltet. Ohne ihn läuft es durch und verbrennt Strom.
- Schlauchanschluss für Dauerbetrieb – sonst musst du den Tank täglich leeren.
- Bei Temperaturen unter 15 °C: Adsorptionstechnik statt Kompressor.
- Abtauautomatik, wenn das Gerät im Keller unter 18 °C laufen soll.
- Angabe des Stromverbrauchs je Liter im Datenblatt – gute Geräte liegen unter 0,3 kWh/l.
Häufige Fragen
Welche Luftfeuchtigkeit ist normal?
In Wohnräumen gelten 40 bis 60 Prozent als optimal. Ab etwa 60 Prozent dauerhaft kann Schimmel wachsen, unter 40 Prozent wird die Luft für Atemwege unangenehm trocken. Im Keller sind 50 bis 65 Prozent üblich und meist unproblematisch, solange die Wände trocken bleiben.
Kompressor oder Adsorption – was ist besser?
Kompressorgeräte sind ab etwa 15 °C sparsamer und für Wohnräume die richtige Wahl. Adsorptionstrockner arbeiten auch bei Kälte bis unter den Gefrierpunkt, verbrauchen dafür aber deutlich mehr Strom. Für den unbeheizten Keller im Winter führt kein Weg an Adsorption vorbei.
Wie lange muss das Gerät täglich laufen?
Mit Hygrostat regelt sich das von selbst: Das Gerät schaltet ab, sobald der Zielwert erreicht ist, und startet wieder, wenn die Feuchte steigt. In der Praxis sind das meist 6 bis 10 Stunden am Tag. Bei Neubautrocknung oder nach einem Wasserschaden läuft es anfangs durchgehend.
Kann ich damit Wäsche schneller trocknen?
Ja, das funktioniert gut und ist oft günstiger als ein Wäschetrockner. Rechne mit etwa 2,5 Litern zusätzlichem Wasserentzug je Waschmaschinenladung. Stell den Entfeuchter in denselben geschlossenen Raum und halte Fenster und Türen zu.
Passt dazu
Fehlt dir eine Einstellung?
Wenn dieser Rechner eine Angabe nicht kennt, die für dich wichtig wäre, schreib es mir. Solche Hinweise sind der Grund, warum die Rechner besser werden – ich baue sie ein, wenn sie am Ergebnis wirklich etwas ändern.
Vorschlag schreibenDer Knopf öffnet dein E-Mail-Programm mit fertigem Betreff – abgeschickt wird nur, was du selbst abschickst. Falls das nicht klappt, schreib direkt an kontakt.gutgerechnet.de@gmail.com.