Powerstation-Rechner
Powerstations werden fast immer zu klein gekauft – weil die Angaben auf der Verpackung die Wandlungsverluste verschweigen. Trag ein, was bei dir weiterlaufen soll und wie lange, und du bekommst die ehrliche Zahl inklusive Reserve.
Die meisten Stromausfälle in Deutschland dauern Minuten. Für echte Vorsorge werden 24 bis 72 Stunden empfohlen.
Wir rechnen mit dem Tagesverbrauch, nicht mit der Typenschild-Leistung. Ein Kühlschrank läuft nur etwa ein Drittel der Zeit.
Die Heizung selbst braucht meist wenig Strom – ohne ihn läuft sie aber gar nicht. Elektrische Heizlüfter sind mit einer Powerstation nicht sinnvoll zu betreiben.
Genauer rechnen3 weitere Angaben
Der Wirkungsgrad steht im Datenblatt und verändert das Ergebnis spürbar. Wenn du ein Solarmodul einplanst, sinkt der nötige Speicher deutlich – oder deine Versorgung hält im Sommer praktisch unbegrenzt.
In der Powerstation steckt Gleichstrom, deine Geräte brauchen Wechselstrom. Gute Geräte schaffen 88 bis 92 %, günstige eher 80 %.
Eine Batterie sollte nicht bis zur Abschaltung leergefahren werden. Mehr Reserve verlängert die Lebensdauer und lässt Luft für Unvorhergesehenes.
Ein faltbares Modul verlängert die Versorgung erheblich. 200 Wp liefern im Sommer rund 0,8 kWh am Tag, im Winter nur ein Viertel davon.
Die Rechnung selbst ist exakt – Leistung mal Zeit, plus 15 Prozent Wandlungsverluste und 20 Prozent Reserve. Die Verbrauchswerte der Geräteklassen sind dagegen Durchschnittswerte. Besonders beim Kühlschrank lohnt sich Nachmessen: Zwischen einem alten und einem neuen Gerät liegt leicht der Faktor drei.
Wenn die Powerstation eine medizinische Versorgung absichern soll – etwa ein Beatmungs- oder Sauerstoffgerät – lass die Auslegung unbedingt vom Gerätehersteller oder dem Sanitätshaus bestätigen. Dort zählt nicht nur die Kapazität, sondern auch die unterbrechungsfreie Umschaltung.
Wie dieser Rechner rechnet
Zuerst trennen wir zwei Arten von Verbrauchern. Dauerverbraucher wie Router, Licht und Heizungspumpe laufen durchgehend – bei ihnen zählt Watt mal Stunden. Tagesverbraucher wie Kühlschrank oder Wasserkocher geben wir als Kilowattstunden pro Tag an, weil sie sich immer wieder ein- und ausschalten.
Der Kühlschrank ist dabei der klassische Fehler: Auf dem Typenschild stehen vielleicht 90 Watt, aber der Kompressor läuft nur etwa ein Drittel der Zeit. Wer mit 90 Watt durchgehend rechnet, kommt auf das Dreifache des echten Bedarfs.
Auf die Summe kommen zwei Aufschläge. Erstens die Wandlungsverluste: In der Powerstation steckt Gleichstrom, deine Geräte brauchen Wechselstrom. Der eingebaute Wandler schluckt rund 15 Prozent – deshalb teilen wir durch 0,85. Zweitens 20 Prozent Reserve, damit die Station nicht bis zur Notabschaltung leergefahren wird. Das schont die Batterie und lässt Luft für Unvorhergesehenes.
Genau diese beiden Aufschläge fehlen bei den Herstellerangaben. Deshalb reicht eine Powerstation in der Praxis oft kürzer als erwartet.
Was mit einer Powerstation nicht geht
Alles, was Wärme erzeugt, ist praktisch ausgeschlossen. Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt leert eine 2.000-Wh-Station in unter einer Stunde. Dasselbe gilt für Wasserkocher im Dauerbetrieb, Föhn, Herdplatten und elektrische Heizungen.
Sinnvoll ist eine Powerstation für alles, was wenig zieht, aber wichtig ist: Kühlschrank, Licht, Router, Handys, medizinische Geräte, Heizungssteuerung. Genau dafür ist sie gebaut.
Wenn du wirklich heizen oder kochen willst, ist die Kombination aus Powerstation für Elektronik plus Gaskocher und warmen Decken deutlich günstiger als jede Batterie, die das leisten könnte.
Wie lange dauern Stromausfälle wirklich?
In Deutschland liegt die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je Verbraucher bei rund einer Viertelstunde pro Jahr – die Versorgung gehört zu den zuverlässigsten weltweit. Für den Alltag reicht deshalb eine kleine Station völlig.
Wer für längere Ausfälle vorsorgen will, plant üblicherweise 24 bis 72 Stunden. Darüber hinaus wird eine Batterie unwirtschaftlich; dann geht es eher um Nachladefähigkeit per Solarmodul als um mehr Kapazität.
Ein guter Mittelweg: Kapazität für 24 Stunden auslegen und ein faltbares Solarmodul dazu. Damit verlängert sich die Versorgung im Sommer praktisch unbegrenzt.
Was dein Gerät können muss
Diese Werte kannst du direkt mit jedem Datenblatt vergleichen – im Onlineshop wie im Baumarkt.
- Kapazität in Wattstunden (Wh) prüfen – nicht in Amperestunden. 100 Ah bei 12 V sind nur 1.200 Wh.
- Dauerleistung des Wechselrichters muss über der Summe deiner gleichzeitig laufenden Geräte liegen.
- LiFePO4-Zellen statt Lithium-Ionen – deutlich mehr Ladezyklen und sicherer bei Wärme.
- Reine Sinuswelle am Ausgang, sonst laufen Kühlschrank-Kompressoren und Heizungssteuerungen unruhig.
- Durchladefunktion (Pass-Through), damit die Station bei Netzstrom lädt und gleichzeitig versorgt.
- Solareingang mit MPPT, falls du bei längeren Ausfällen nachladen willst.
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Häufige Fragen
Wattstunden oder Amperestunden – was zählt?
Wattstunden (Wh). Amperestunden allein sagen nichts aus, weil sie von der Spannung abhängen: 100 Ah bei 12 Volt sind 1.200 Wh, bei 24 Volt aber 2.400 Wh. Wenn ein Anbieter nur Ah nennt, rechne selbst um: Ah × Volt = Wh.
Kann ich meinen Kühlschrank damit betreiben?
Ja, das ist einer der sinnvollsten Einsätze. Ein normaler Kühl-Gefrier-Kombi braucht etwa 0,9 kWh am Tag. Wichtig ist der Anlaufstrom des Kompressors – er kann kurzzeitig das Drei- bis Fünffache der Nennleistung betragen. Die Powerstation sollte deshalb mindestens 600 Watt Dauerleistung bieten.
Wie lange hält eine Powerstation im Lager?
LiFePO4-Akkus verlieren etwa 2 bis 3 Prozent Ladung pro Monat. Lade sie zwei- bis dreimal im Jahr nach und lagere sie bei etwa 50 bis 80 Prozent Ladestand – dann hält sie viele Jahre einsatzbereit.
Lohnt sich ein Solarmodul dazu?
Bei Vorsorge für mehr als 24 Stunden ja. Ein faltbares 200-Watt-Modul liefert im Sommer etwa 0,8 bis 1,2 kWh am Tag – genug, um Kühlschrank und Elektronik dauerhaft zu versorgen. Im Winter fällt der Ertrag allerdings auf ein Viertel.
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Wenn dieser Rechner eine Angabe nicht kennt, die für dich wichtig wäre, schreib es mir. Solche Hinweise sind der Grund, warum die Rechner besser werden – ich baue sie ein, wenn sie am Ergebnis wirklich etwas ändern.
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